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BUBA HUBA – Die Legende vom Ende

Knallbuntes Puppentheater produziert von MindTheGap (Susi Claus)

für Menschen ab 10 Jahren

„Selten fühlt sich ein Figurentheater so unmittelbar an wie „Buba Huba oder Die Legende vom Ende“. Kein sanftes Herantasten, kein vorsichtiges Einführen. Dieser frühe Samstagabend auf der Hinterbühne des Theaters beginnt mit Präsenz und voller Konzentration. Die winzigen Figuren sind kein Spielzeug, sie sind Projektionsflächen: Ich, du, wir, die Tiere, die Erde, unsere Welt. In knapp sechzig Minuten nimmt die Berliner Puppenkünstlerin Susi Claus ihr generationsübergreifendes Publikum – Kinder, Jugendliche, Erwachsene – mit auf eine zunächst irritierende, dann schmerzhaft vertiefende Reise.

Die Zutaten sind einfach, beinahe archaisch: ein neugieriges Kind, eine mittelalte Frau, ein alter, weiser Mann, umgeben von einer weiß getünchten Bühnenlandschaft.

Mehr braucht es nicht, um ein Bild unserer erschöpften Welt entstehen zu lassen: leer, aus-gezehrt, an den Rand gedrängt durch Jahrzehnte der Gier. Mittendrin dieses Mädchen. Wach. Fragend. Unbequem. Ein Kind, das staunt, nachhakt, nicht akzeptieren will, dass die Welt so ist, wie sie ist. Ein Kind, das die Erinnerungen der Alten im Gepäck trägt – Erinnerungen, deren Ursprung es nicht versteht, deren Verlust es nicht begreifen kann.

Susi Claus gibt den Figuren Raum, lässt sie gleiten, tanzen zwischen Licht und Schatten

Die Landschaft um sie herum wirkt tot. Verödet. Stillgelegt. Wie in einem Schwarz-Weiß-Film. Doch immer wieder blitzt Farbe auf, ein De-tail, ein Moment, der sagt: Hier war einmal Leben. Bilder tauchen auf. Ein Strauch, der noch ein paar Blätter trägt. Ein Sonnenstrahl, der auf die Einöde fällt. Ein winziger Schmetterling. Glitzernde Wassertropfen. Fische. Es sind diese kleinen Wunder, die das Mädchen auf ihrer Reise sammelt und die auch das Publikum leise atmen lassen.

Sie begegnet dem alten Mann. Weise, müde, widerspenstig. Einer, der lieber schweigt, als sich zu erinnern.

Doch das Kind lässt ihn nicht. Zögerlich beginnt er zu er-zählen: von früher, von einer Welt, die grün, laut und so ungemein lebendig war. Vom plätschernden

Wasser, hell und klar, mit Leben darin. Vom Wald, voll Saft, voll Leben.

Aber auch vom Ende. Von Menschen, die nahmen, ohne Maß zu halten. Seine Worte tropfen wie Regen auf den ausgetrockneten Boden unter ihnen. Leise, unaufhaltsam, zieht der Sog der Legende das groBe und kleine Publikum in seinen Bann.

„Buba Huba“ ist keine ökologische Lehrstunde. Es ist ein Spiegel für alle Generationen. Für alle, die glauben, mit Begriffen wie Nachhaltigkeit sei schon alles gesagt. Das Stück setzt dort an, wo Worte auf-hören: bei Bildern, bei Bewe-gung, bei der Sehnsucht in den Worten eines Kindes, das die Welt nicht aufgeben will.

Mittendrin Susi Claus als Gerda – Puppenspielerin, Erzählerin, Vermittlerin. Sie gibt den Figuren Raum, lässt sie gleiten, stolpern, tanzen zwischen Licht und Schatten. Sie antwortet, hört zu, hält inne.

Um sie herum brechen Farben auf, wo man sie kaum erwartet. Die Geräuschkulisse schwebt, donnert, verschwindet fast zwischen den Zuschauerrängen. Und Gerda singt, teils leise, teils drängend. Anklänge an Beatles-Melodien öffnenErinnerungsräume, rühren etwas in uns an, das größer ist als Worte. Man spürt, was Musik kann, kann dieses Puppenspiel auch. Sie sind eins geworden, Körper, Licht, Klang, Figuren – alles erzählt dasselbe.

Zwischen den Szenen herrscht Stille. Die Augen folgen jeder Bewegung, jeder kleinen Geste. Manchmal lachen Kinder, manchmal stockt der Atem der Erwachsenen. Dieses Wechselspiel aus Lachen, Staunen und Schmerz lässt die Zeit stillstehen. Die Figuren wirken zerbrechlich, wie Gedankenbilder, die man in der Hand halten möchte. Und doch sind sie stark, weil sie die Wahrheit sagen.

Es gibt keine großen Gesten, keinen erhobenen Zeigefinger. Und genau darin liegt die Kraft. Das Stück fragt und erklärt, statt zu belehren. Am Ende ein Applaus, der mehr ist als Beifall: zustimmend, nachdenklich, nachwirkend.

Diese Fabel ist weit mehr als ein Figurentheater für Kinder ab zehn Jahren. Sie ist ein Weckruf. Für jede Generation.

„Buba Huba“ bleibt wie Sand auf der Zunge. Kratzig, intensiv, widerspenstig. Und es schenkt Hoffnung, gewachsen aus der leisen, hartnäckigen Frage: Was, wenn wir es doch noch schaffen? Wenn Kinder unbequem bleiben, wenn sie drängen, die Finger in die Wunden der Welt legen – und die Antworten sich im Handeln finden. Und vielleicht kann alles, was wir verloren glaubten, endlich wieder Farbe bekommen.“

Birgit Compin für die Neue Westfälische, 20.1.2026

„…ein visuelles Abenteuer, überaus lebendig, abwechslungsreich und zukunfts-gerichtet, weit über die Sparte hinaus wirkend. Es beeindruckt, dass die heimische Theaterleitung das Risiko eingeht, dieser Produktion eine Bühne und damit dem Publikum ein tief bewegendes Erlebnis zu verschaffen.“

Wolfgang Hein für „Die Glocke“, Gütersloh, 20.1.2026

Regie: Anna Wagner-Fregin

Ausstattung: Puppen, Kostüm & Bühne: Ulrike Langenbein,

supported by Verena Waldmüller

Projektionen und Videoaufnahmen und Schnitt: Tina Thalmann

Idee, Produktion, Text und Spiel: Susi Claus

Sounds und Musik: Susi Claus, based on instrumental versions of songs created and performed by the Beatles

Altersempfehlung zwei Varianten: von 8 bis 10 Jahren und 10 bis 14 Jahren

10.September 2023: Premiere Theater im Bergmannkiez

AUFFÜHRUNGEN in:

Berlin, Brandenburg, Hachenburg, Hildesheim, Mistelbach (A), Gütersloh, Kempen, Amberg, weitere aktuelle Termine

gefördert von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa Berlin, Darstellende Künste/Tanz – Einzelprojektförderung 2023 und mit freundlicher Unterstützung durch das Theaterhaus Berlin Mitte

vielen Dank an das Theater im Bergmannkiez (Endproben und Premiere), Maria Tomaschke (Lied- Korrepetiton), Werner Wallner (Beratung Licht) und Lina-Marie Roch (Endproben Regieassistenz)