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OrestieGast als Puppenspielerin am Theater Basel
Orestie
Tragödientrilogie von Aischylos
Fast ein halbes Jahrhundert bevor Euripides die Frage nach der Gesetzmässigkeit der göttlichen Ordnung stellte und den trojanischen Krieg als Inbegriff der Grausamkeit kriegerischer Auseinandersetzung darstellte, hatte Aischylos 458 v. Chr. mit der «Orestie» den Gründungsmythos der modernen Demokratie beschrieben.

Die "Orestie", die erste vollständig überlieferte Trilogie der abendländischen Kultur, verfolgt das Schicksal von zwei Generationen der Atriden und beginnt mit der Rückkehr des mykenischen Feldherrn Agamemnon aus dem trojanischen Krieg. Der Krieg ist vorbei, findet jedoch eine grausame Fortsetzung – nicht nur in der jeglicher Zivilisation beraubten Gesellschaft, sondern sogar in der eigenen Familie. Agamemnon – einst hatte er seine Tochter Iphigenie für günstigen Fahrtwind geopfert – wird von seiner eigenen Gattin Klytaimestra und deren Geliebtem Aigisthos erschlagen. Sein Sohn Orest rächt diesen Tod, tötet auf ähnlich grausame Weise Klytaimestra und ihren Geliebten und wird daraufhin von den Rachegeistern seiner Mutter, den Erinnyen, verfolgt. Auf Apollons Rat begibt Orest sich nach Athen, wo er von einem eigens dafür eingesetzten ewigen Weltgericht unter dem Vorsitz der Pallas Athene schliesslich freigesprochen wird.

In archaischen und mythischen Bildern beschreibt Aischylos einen entscheidenden Moment der Menschheitsgeschichte: Die Gründung eines Rechtsstaates, der das endlose Zeitalter der Gewalt und des Krieges beendet – den Übergang vom Blutsrecht zum Staatsrecht, zur Gründung der modernen Demokratie und zur Entstehung einer neuen Weltordnung.

Die «Orestie» ist nach Bergmans "Szenen einer Ehe" und "Helden des 20. Jahrhunderts" die dritte Basler Inszenierung von Tom Kühnel.


Regie: Tom Kühnel


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